Dieser Stadtteil von Tokyo ist einer der wenigen, die von den Amis im zweiten Weltkrieg nicht völlig zerbombt wurden. Dort befindet sich auch einer der wenigen Friedhöfe der Stadt, dessen knapp 40 Millionen Einwohner ja auch nicht ewig leben. Jetzt weis ich auch, dass es wegen Platzmangel seit vielen Jahren nur noch Familiengräber gibt. Auf dem Friedhof gibt es sehr viele streunende Katzen und am Grab des letzten Shoguns, Tokugawa Yoshinobu, waren wir auch. Ansonsten gibt es dort sehr viele alte Tempel und Schreine, und natürlich enge Gassen mit alten Häusern.
Sonntags ging es dann in den Stadtteil Daikanyama, ein Szene Viertel mit vielen kleinen Geschäften. Die Häuser dort sind etwas kleiner und es ist erstaunlich ruhig! Scheint auch nicht gerade die günstigste Wohngegend zu sein.
Danach ging es dann nach Ebisu, dass bekannt ist für Yebisu Bier! Hier entstand 1889 die Brauerei mit dem leckeren Schwarzbier im Angebot. Im Biermuseum zeigte sich, dass das Rezept ursprünglich natürlich aus good old Germany stammt. 1988 ist die Brauerei umgezogen, Ebisu lag ja auch inzwischen mitten in Tokyo. Auf dem Gelände ist nun eine Art Themenpark entstanden, mit Einkaufszentrum , Hochhauszentrale vom Sapporo Brauereiriesen, Restaurants und einem Museum. Dort gibt es dann auch einen Verköstigungsbereich. Leider war denen das Weissbier ausgegangen (was ist das denn für eine Brauerei?????), welches als Highlight gilt!
In der letzten Woche hat sich die Personalabteilung dann endlich darauf festgelegt, dass mein Abreisetag als regulärer Arbeitstag gilt, ich also noch einen Urlaubstag mehr über habe! Den habe ich dann gleich spontan am Mittwoch genommen. Ziel war die Tokyo Stock Exchange, die Börse von Tokyo.
Im Stadtteil Nihombashi angekommen, wurde ich erstmal enttäuscht. Ich hatte hunderte hungrige Broker erwartet, die sich an Fressbuden die Füße in den Bauch stehen. Nix war's, nur einige Sekretärinnen (auch nich das Schlechteste) drängelten sich in den Subway. Danach noch ein bischen die "formschöne" Stelzenautobahn über dem Nihombashi-gawa Fluß bewundert, und ab ging es in das Börsenhochhaus. Nach Taschenkontrolle und Marsch durch den Metalldetektor ist in der Empfangshalle klar geworden, dass wir zwei (der dritte hatte Verspätung) die Einzigsten waren, die sich zur englischsprachigen Führung angemeldet hatten. Der Tourleiter konnte so alles sehr detailiert erklären und hat sich wirklich sehr viel Zeit genommen! So weis ich nun, dass es bis vor 9 Jahren hier noch ganz anders rund ging. Jetzt machen das alles Computer und die handvoll Mitarbeiter im riesigen Handelsraum überwachen nur noch die online eingehenden Ordern. Was muss das für ein langweiliger Job sein! Im Flur ist dann die Geschichte der Börse ausgestellt, schon krass, wie sehr sich das verändert hat. Das ganze war mal richtig interessant und ich weis jetzt total bescheid. Danach bin ich dann noch nach Akihabara, dem Electronic City Bezirk, in dem tausende Elektronikläden, Computerläden, usw. sind. Hier bekommt man auch alles gebraucht! Da fühlt sich ein Technischer Informatiker natürlich richtig wohl und muss einfach stundenlang rumstöbern. Mein Übergepack und Praktikantengehalt hat auch nicht viel mehr wie begeistertes staunen zugelassen. Obwohl die Preise hier wirklich super sind! Akihabara ist aber auch für seine Maid Cafés bekannt, um das zu beschreiben verweise ich mal ganz faul auf den Wikipedia Artikel. Das mache ich dann aber ein anderes Mal, das reinschauen hat erstmal genug verwirrt. Über Shibuya ging es dann spätabends in der mal wieder völlig überfüllten Denentoshi-line zum Dorm.
Am Samstag ging es nach Shimo-kitazawa, dort fand das Tengu Matsuri Fest statt, was soviel wie roter, langnasiger Kobold heist.
Hatte mir vorher sagen lassen, dass die Japaner mit Bohnen auf Teufelsfiguren werfen, damit dieser in diesem Jahr von ihnen fern bleibt. War dann erstmal sehr verwirrt, als die Bohnen auf die Zuschauer geworfen wurden!Der Umzug ging dann durch die ganz engen Gassen der Fußgängerzone. Und, wirklich Respekt! Mit den Schuhen muss man erstmal laufen können!Direkt vor dem Bahnhofsausgang ging dann das Hauptevent los. Nach Reden und Schauspielen wurde eine ganze Weile mit Bohnen geworfen und alle haben schreiend versucht so viele wie möglich einzufangen!Inzwischen weis ich, dass man versucht so viele Bohnen zu fangen, wie man Jahre alt ist. Diese ißt man und das bringt dann Glück. Hatte von den Umzugsteilnehmern einige in die Hand gedrückt bekommen (dachte, dass man die später auf die Rotnase wirft) und dann einige in den Haaren und der Kapuze von meiner Jacke. Kamen 26 zusammen und die sind jetzt verputzt. Danach ging es dann ziemlich genau in die Mitte der Stadt. Dort sind im Lonely Planet einige besonders Enge Gassen vermerkt, und die sind echt eng! Dann ging es zum Tokyo Dome (Baseballstadion) und zum Laqua Einkaufszentrum. Dort kann man mit der Thunder Dolphin Achterbahn über/durch das Gebäude rasen, was für ein Spass!!
Am Sonntag hat es geschneit! Und was machen die Tokyoter? Die drehen total durch und fahren auf freien Straßen mit Schneeketten! Sicher ist sicher?!? Naja, ein Tag Ruhe tat auch mal gut. Hat nur noch gefehlt, dass welche mit Schneeschuhen über die 4cm Schnee zum Supermarkt laufen. Wobei ich die wahrscheinlich nur übersehen habe?!?!
Jetzt heist es, noch gut drei Wochen schaffen, dann geht's wieder heim!
Grüßle
Beni
1 Kommentare:
Anonym
hat gesagt…
Hallo Beni, du erlebst ja auch tolle Sachen in Japan. Zum Schlittenfahren bist du wahrscheinlich nicht gekommen?
Wünsche dir noch 3 schöne Wochen und einen guten Rückflug
1 Kommentare:
Hallo Beni,
du erlebst ja auch tolle Sachen
in Japan. Zum Schlittenfahren bist
du wahrscheinlich nicht gekommen?
Wünsche dir noch 3 schöne Wochen
und einen guten Rückflug
Gruß Ulf
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