Dienstag, 1. Januar 2008

3ter Stop: Sylvester in Kyoto

Als ich gehört hatte, dass die Japaner zu Sylvester traditionell in Schreine gehen und dort deshalb einiges geboten wird, dachte ich sofort an Kyoto!
So war dann ach der Trip geplant und Mittags ging es mit Hankyu Railways von Osaka nach Kyoto. Interessant dabei: die ca. 50 minütige Fahrt hat nur gut 2 Euro gekostet und die Rückenlehen haben sich im Bahnhof von Osaka (Kopfbahnhof) automatisch so umgedreht, damit jeder in Fahrtrichtung sitzen kann!
Schatzi, perfekt für dich!
In Kyoto war dann recht wenig los und mir wurde etwas mulmig. Aber überall wurden Essstände aufgebaut, sollte später wohl doch noch mehr los sein.
Also haben wir die Zeit genutzt und sind den Wald hinter dem Maruyama Park hochgelaufen. Als es langsam dunkel wurde, sind wir lieber wieder umgedreht.
Danach ging es zum Kiyomizu Tempel, der allerdings wieder um 18 Uhr zu machte. Auch die Stelzen wurden wieder nicht angestrahlt.
Wir beschlossen erstmal etwas zu warten und sind in ein Cafe.
Kurz vor 21 Uhr wr dann auf den Strassen schon einiges mehr los und wir sind einfach der zielstrebigen Masse hinterher.
So ging es zuerst wieder in den Yasaka Schrein, wo nun Schnüre verkauft wurden, die die Japaner an Feuerstellen angezündet haben. So kann das Feuer einige Stunden vor sich hin glimmen und die Japaner können zu Hause ihre Gasöfen in der Küche anzünden. So bringt das erste Essen im neuen Jahr dann besonders viel Glück.
Die Masse setze sich danach zielstrebig Richtung Chion-in Tempel in Gang, wo man sich anscheinend auf einen richtigen Menschenansturm einrichtete. Es ging einen Weg hinauf und plötzlich standen wir vor der großen Glocke, die wir auf der kleinen Waldtour schon gesehen hatten! (anscheinend die größte Tempelglocke Japans!)
Der Platz füllte sich sehr schnell und auch unten wurde es immer lauter. Es waren wirklich einige Leute unterwegs!
Nach gut 1 Stunde hörte man dann Mönche, die den Berg hinauf kamen. Dann spielte sich folgendes ab:
Zuerst haben die Mönche die Glocke geweiht:
Dann wurde um ca. 22:30 Uhr die Glocke das erste Mal geschlagen:
Und hier sieht man mit welcher Wucht das gemacht wurde:
Das war einfach ein ziemlich geniales Ereignis! Ich stand nur ein paar Meter neben der Glocke!!
Danach wurde man dazu aufgefordert weiter zu gehen, damit andere auch noch der Zeremonie beiwohnen können.
Wir sind einfach wieder der Masse gefolgt und sind wieder beim Kiyomizu Tempel raus gekommen. Dieser hatte wieder geöffnet und es war einiges los! Mit unserem Ticket von vor ein paar Stunden haben wir uns einfach nochmal reingemogelt.
Sylvester in Kyoto
Auf der Terasse müssen dann um Mitternacht einige Tausend Menschen gestanden haben. Nach einem Countdown: "..., it, san, ni, ichi, heeeeeeeyyyyyyy" wollten dann irgendwie von allen Seiten die Leute da hin, wo wir standen! Habe mich dann einfach an den Rand gekämpft.
Der Wald vor dem Tempel wurde teilweise gelb und weiß angestrahlt, das sah sehr schön aus! Und die Holz-Stelzenkonstruktion war diesmal auch erleuchtet. Die Japaner wollten irgendwie alle ihr Horoskop kaufen, riesige Schlangen vor den Tempelshops! Die machen da an Sylvester ein morts Geschäft.
Auf dem Weg nach unten habe ich dann warmen Amazake gekostet. Sehr süßes Getränk mit eingelegtem Reis, das es traditionell zum Neujahr gibt. Vor den ganzen Glocken waren nun Schlangen mit Leuten, die eines der jeweils 108 Tickets für einen Glockenschlag ergattert hatten. Jede Glocke wird also 108 mal gehschlagen, was den 108 Sachen entspricht, die ein Mensch angeblich Schlechtes machen kann.
Überall war einiges los und auf dem Weg zum Bahnhof kam uns eine Menschenmasse entgegen, und der Menschenstrom wollte gar nicht abreißen! Die Polizei hat überall die Massen gelenkt und immer Pakete von jeweils ca. 200 Leuten in den Yasaka Schrein geschoben.
Zurück im Hotel in Osaka habe ich dann noch bis nach 7 Uhr gefeiert, einige Touris und sogar die Japaner von der Rezeption saßen da noch zusammen. Ein lustiger Haufen, 10 Uhr war aber schon checkout. Habe den Wecker dann auch gar nicht wahrgenommen und Majdi hat mich um 11 rausgeklopft. Der Kerl vom Hotel hat dann beim Schlüssel abgeben nur breit gegrinst.

Halb 12 ging es dann Richtung Hiroshima, dazu mehr im nächsten Beitrag.